Die anderen Seiten der Kirche
Auf der Ostseite von San Leonardo befinden sich die drei Apsiden, die bei der Erweiterung der ursprünglichen Kirche erbaut wurden. Diese hatte einen quadratischen Grundriss, wie es bei den byzantinischen Kirchen üblich war. Von dem byzantinischen Ursprung zeugen noch heute die geometrischen Figuren auf dem Fragment des Architravs.
Die Kragsteine der Hauptapsis sind figürlich gestaltet. Sie haben die Form von Ungeheuern, die die Dämonen außerhalb des Gotteshauses symbolisieren. Die Apsis unterscheidet sich nur geringfügig von derjenigen, die an der Kirche Santa Maria Amalfitana in Monopoli zu finden ist, und erinnert an das weit vorkragende Gesims der Kathedrale von Foggia.
Die Aufmerksamkeit richtet sich unmittelbar auf die senkrecht angeordneten Buchstaben, die den Namen <GUILIELMUS SACERDOS> (Priester Wilhelm) bilden und womöglich auf den Erbauer der Hauptapsis verweisen. Diese ist von einem anderen Stil geprägt als das herrliche Portal, das die nördliche Seitenfassade von San Leonardo schmückt.
Der Name findet sich des Öfteren bei den Augustiner-Chorherren, die bis zur zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hier die Messe zelebrierten. Damals gab es einen Priester Wilhelm, der später Kanoniker und schließlich Dekan wurde. Wenn dieser nicht der Erbauer dieser Apsis ist, so mag er doch zumindest zu ihrem Bau angeregt haben.
Die Hauptfassade auf der gegenüberliegenden Seite lässt erkennen, dass es sich bei San Leonardo um eine dreischiffige Kirche handelt, die mit einem Gewölbe abschließt. Überragt wird die Kirche im Westen von dem achteckigen Tambour, der eine der kegelförmigen Kuppeln bedeckt und durch Rundbögen über Lisenen geschmückt und aufgelockert wird.
Die unter dem Dach verlaufenden, gleichfalls auf Lisenen aufliegenden Bogenfriese sind nicht einheitlich auf den verschiedenen Seiten der Kirche, von denen die Nordseite die älteste ist.
Im Süden werden die Blendbögen auch unterhalb des Glockenturms weitergeführt und verlaufen über den herrlichen Biforienfenstern mit den kunstvollen eingestellten Säulen.
Übersetzung im Rahmen des Kurses Traduzione tra l’italiano e il tedesco I an der Universität Bologna / SSLMIT Forlì
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